Zu Neunt im Wesenitztal
Im Pokal-Nachholespiel am Mittwochabend ging es für Stahl Riesa nach Dürrröhrsdorf-Dittersbach zum heimischen SV Wesenitztal.
[17:20] – Während wir vom Fanclub überpünktlich am Sportplatz “Am Quellberg” ankamen, fehlte von unserer Mannschaft jede Spur. Denn wie der heimische Stadiensprecher uns mitteilte, steckten die zwei Mannschaftsbusse im Stau bei Nossen. Stellt sich die Frage warum man über Nossen fährt? Dort ist Stau in der Hauptverkehrszeit doch programmiert. So hieß es über eine Stunde vorort warten und das angebotene Bier, Bratwurst bzw. Soljanka kosten, sowie sich mit einheimischen Zuschauern etwas unterhalten.
[18:00] – Unterdessen traf der erste Bus und damit ein Teil unseres Teams im Wesenitztal ein, jedoch ohne Ausrüstung sodass sie nur am Spielfeldrand rumstehen konnten.
Mit großen Beifall wurde später dann der zweite Bus begrüßt und es ging endlich ans Warmmachen für unsere Spieler.
[18:55 Uhr] – Partie wird angepiffen.
Die erste Viertelstunde gehörte dem Sv Wesenitztal, die spritziger wirkten und es mit langen Bällen auf ihren 38-Jährigen Tschechen vorne versuchten. Gefahr vor dem Tor von Scharf entstand aber keine. Größte “Torchance” war ein hoher Ball der im Riesaer Strafraum landete und den Scharf beinahe doch unterschätzt hätte. Puh ![]()
Auch zwei härtere Fouls von Hillig und Nollau wurden zu recht mit Gelb bestraft, die die heimischchen Fans zum niveaulosen Pöbeln veranlassten.
Danach hatte sich Stahl auf die ewig-selbe Taktik der Wesenitztaler eingestellt, sodass Bierstedt und Hillig alles abfingen. Auch die Außenverteidger Schmidt und Fraustadt deckten ihre Gegenspieler gut.
Nun kam man auch selber zu Torchancen. Nach etwa einer halben Stunde zog Tabel einfach mal volle Wucht ab und der Abpraller vom Torwart landete bei Heineccius, der aus 20m das Tor verfehlte.
Wenige Minuten später machten es beide Stürmer besser; Heineccius behauptete den Ball im Strafraum, trickste zwei Gegenspieler mit einer Körperdrehung aus und passte quer zu Tabel der locker einschoss.
Drei Minuten später der Doppelschlag. Schamber, der ein super Spiel ablieferte, erkämpfte sich im Mittelfeld den Ball und passte zu Wukasch der zielsicher in die untere rechte Torecke traf.
Und bis zum Pausenpfiff hätte es nun noch deutlicher stehen können. Erst köpfte Hillig den Ball nach einer Ecke an den Innenpfosten, dann lupfte Tabel den Ball über den Torwart ebenfalls an den Innenpfoten.
Mit einem verdienten 2-0 und sicherer Miene ging es in die Halbzeit.
Nachdem Seitenwechsel ging das schnelle und muntere Spiel weiter. Aber Wesenitztal fehlte es an spielerischer Klasse. Deren Taktik mit langen Bällen funktionierte einfach nicht und die Passspielversuche landeten regelmäßig in den Füßen eines Stahl-Spielers.
In der 64. Munte dann die fast spielentscheidende Szene durch den Schiedsrichter. Der gelb-verwarnte Hillig lief auf der Höhe der Mittellinie einen Gegenspieler entgegen und rutschte auf dem nassen Rasen aus – der Gegenspieler stürzte. Ohne jegliches Fingerspitzengefühl seitens des Schiedsrichters gab es Gelb, somit Gelb-Rot und Stahl Riesa war nur noch zu Zehnt.
Und es kam noch dramatischer. Der für Nico Tabel eingewechselte Maik Martick musste nach wenigen Minuten verletzungsbedingt wieder runter. Unruhe kam unter den Riesaer Zuschauern auf.
Man fordete Ersatztorwart Andre Hildebrandt als Stürmer zu bringen, und was war mit Do Le. Wie man nachdem Spiel erfuhr, konnte Do Le nicht spielen wegen einer leichten Verletzung und
für Ersatztorwart Hildebrandt gab es kein freies Feldspieler-Trikot.
Somit waren es noch acht Feldspieler und Torwart Scharf gegen elf Wesenitztaler, die nun Lunte gerochen hatten. Es folgten hektische 15 Minuten, die aber erstaunlich begannen.
Heineccius behauptete einen Befreiungsschlag an der Mittelfeldlinie und konnte auf Schamber passen, der seine Gegenspieler grandios umkurvte und zum 3-0 abschloss.
Und der nächste Befreiungsschlag hätte beinahe auch zu einem Treffern geführt. Heineccius setzte als einzige Offensivkraft gut nach und holte sich den Ball, stürmte allein auf das Tor zu aber schloss zu ungenau ab.
Zufall und ein Sonntagsschoss verhalfen den ansonsten einfallslosen Wesenitztaler zu einem Ehrentor. In der Abwehrschlacht vor der TSV-Tor bei dem alle Riesaer Spieler ackerten, landete der Ball
bei einem Gegenspieler, der sofort abzog und den Rücken von Bierstedt traf. Unhaltbar schlug der Ball ins Gehäuse ein.
Die letzten Minuten waren folgerichtig ein einzigen Wegschlagen, in dem Kämpferherz gefragt war. Dies hatten am heutigen Tag alle Stahl-Spieler !
Mit Erleichterung ertönte der Schlusspfiff und nach erstem Durchschnaufen kam die Mannschaft zu den Fans zum Abklatschen. Danke Jungs!
[21:00 Uhr] – Mit guter Laune steigt man ins Auto und fährt gen Stahlwerkerstadt Riesa.
