Wembley reloaded: Rache kann so süß sein
Was war das gestern für ein geniales Spiel unserer DFB-Elf im südafrikanischen Bloemfontein. So viel Einsatzbereitschaft, Teamgeist und Technik – wahnsinn… Irgendwie schien es mir, dass nicht Deutschland auf dem Platz stand sondern Brasilien. Eine so trickreiche, mit spielerischer Leichtigkeit agierende deutsche Mannschaft habe ich noch nie gesehen. Die Chancen wurden ordentlich genutzt, die Engländer dominiert, der Ball sicher durch die eigenen Reihen geschoben und Konter pfeilschnell gefahren. Da kann man sich vor der Leistung unserer internationalen Auswahl und dem Teamchef Jogi Löw nur bedanken.
Die Szene des Spiel fand für mich jedoch in der 38. Spielminute statt. Eine Szene über die sich vor allem die lahmen, alten englischen Löwen noch lange ärgern werden. Als England den Weg in die Partie fand und Deutschland eben erst den 2:1-Anschlußtreffer der Inselbewohner kassierte und unter Schock stand, hämmerte Frank Lampard den Ball an die Unterseite der Latte, von wo aus er eindeutig hinter die Torlinie sprang. Doch der Schiedsrichter und seine Assistenten waren da anderer Meinung und gaben den Treffer nicht. Es wurde weitergespielt. Was für eine unfassbare Szenerie!
Nach fast 44 Jahren muss die englische Nationalmannschaft die Rache für das WM-Finale 1966 im Londoner Wembley-Stadion hinnehmen als der Ball bewiesener Maßen nicht hinter der Torlinie war und der Unparteiische dennoch auf Tor entschied. Diesmal verwehrte der Herr in Schwarz den Engländern einen regulären Treffer. Schadenfreude kann so schön sein. “Wer den Schaden hat, muss für den Spott nicht sorgen.” Wie sagte mein ehemaliger Physiklehrer schon immer: “Rache ist Blutwurst.”
Wir danken euch, ihr Briten, für dieses tolle Spiel! Wir hatten eine Menge Spaß…
