Rotation wirbelte nur eine Halbzeit
Nach dem Pokalaus ging es heute wieder in den Ligaalltag. Mit dem TSV Rotation Dresden war ein recht unbekannter Gegner zu Gast. Viel wusste man vorher nicht über den Gegner, nur dass sie im Tabellenkeller stecken und viele Gegentore kassieren.
Bei frostigen Temparaturen und schneebedeckten Rasen fand sich nur der eiserne Kern an Zuschauern in der Nudelarena ein. Außerdem fiel eine ziemlich junge Gästemannschaft auf, die laut eigener Homepage-Auskunft “keine Chance in Riesa haben, und diese nutzen wollen”.
Es waren erst drei Minuten gespielt, da hatten viele schon den Torschrei auf den Lippen. Burda tankte sich links durch und schoss haarscharf am Tor rechts vorbei, wobei auch Löffler in der Mitte stand und den Ball verpasste. Praktisch im Gegenzug dann die Gästeführung. Kaiser haderte mit den rutschigen Boden und vertändelt als letzter Mann den Ball, und ein junger schneller Dresdner rannte samt Ball gen Torwart Scharf und lässt diesem keine Chance (4. Minute).
Diese unerwartete Führung beflügelte die Gäste immens. So fingen sie gradezu an zu zaubern und spielten unsere Abwehr schwindelig. Mehrmals hatten Kaiser, Kunze oder Stemberg das Nachsehen gegen die kleinen flinken Dresdner. Rotation kam einfach viel besser mit den Witterungsverhältnissen zu recht.
Zwar hatte Stahl in der ersten halbe Stunde auch seine Chancen, doch schaffte kein Stahlspieler den Ball über die Linie zu drücken. Statt sich hinten einzuigeln, spielte Rotation frech und gut mit.
Mit Fortuna im Bunde erzielte Stahl dann doch den Ausgleichstreffer. Einen langen Ball konnte ein gegnerischer Spieler nur schlecht nach vorne klären, direkt in die Füße eines Stahlspielers. Dieser versuchte nach vorn zupassen, doch genau wieder in die gegnerische Beine, wo der Ball in Pingpong-Manier in den Lauf von Löffler gelangte, der sicher einnetzte.
Danach kam auch mehr Sicherheit in das Spiel von Stahl. Besonders Wachsmann und Bierstedt räumten hinten sauber und fair so gut wie alles ab. Allmählich hatten sich unsere Spieler mit dem Geläuf arrangiert. Zwar ging es mit einem bis dahin leistungsgerechten Remis in die Pause, doch es herrschte Zuversicht auf den Rängen und im Sprecherturm.
Die Halbzeit verging mit Glühwein und dem Verkünden der anderen Resultate. So hatten Hellerau und Dresdner SC erwartetungsgemäß gewonnen und Stahl war in Zugzwang nachzulegen um seinen Vorsprung zu halten.
Dies hatte wohl unsere Mannschaft mitbekommen und legte wie die Feuerwehr los. Nach nicht einmal 60 Sekunden nach Wiederanpfiff führten wir. Vielleicht noch mit den Köpfen in der Kabine schliefen die Gästespieler, denn Burda stand nach genauen Zuspiel unbedrängt vor dem Gästekeeper und ließ sich das Tor nicht nehmen. “La Bomba” hatte wieder zugeschlagen! Die Gäste reklamierten zwar auf Abseits, aber der gute Schiedsrichter gab dafür lediglich Gelb für den Gästetorwart noch
Nun wurde es ein Spiel nahezu auf ein Tor. Den Rotation’ern ging die Puste aus und sie konnten das hohe Tempo nicht mehr mithalten. Stahl hätte mit seinen nun vielen Torchancen schon längst den Sack zu gemacht haben müssen als Rotation einen gefährlichen Konter fuhr, diesen jedoch zum Glück vergab. Beinahe wäre man also wieder bestraft wurden, wie schon gegen Leuben und Weixdorf…
Dieser Angriff blieb die einzige Aktion der Gäste in der gesamten zweiten Halbzeit, denn in der Schlussviertelstunde waren sie dann stehend KO. So konnten Löffler, “Torminator” Rasper und auch Stemberg das Ergebnis noch auf 5:1 ausbauen. Besonders das 5:1 von Stemberg in der 90. Minute mit einen satten Schuss aus 16m unhaltbar ins Toreck war sehenswert. Vielleicht fiel das Ergebnis ein wenig zu hoch aus, denn die Gäste waren bei Weitem besser als andere Mannschaften aus den Tabellenkeller.
Mit einer durchschnittlichen Leistung besiegte der TSV Stahl Riesa einen technisch ganz guten aber konditionsschwachen Gegner aus Dresden und bleibt ungeschlagen Tabellenführer.

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